Geschichte der Peterskirche Großen-Linden

Das genaue Alter der Kirche ist unbekannt. Wahrscheinlich gab es zuerst eine hölzerne Kapelle, die zwischen 810 und 817 erbaut wurde.

Die Kapelle und das Gelände waren Reichsbesitz. 1065 schenkte König Heinrich IV es dem Nonnenkloster.

Um 1130 wurde die Kapelle durch eine romanische Saalkirche mit Ecktürmen und Emporen mit Treppentürmen innen ersetzt. Sie wurde von Nonnen genutzt. Ein großer Geldgeber für den Kirchenbau war wohl Ritter Macharius, der im Dienste des Kaisers Friedrich 1. stand. Die Kirche mit kreuzformatigem Grundriss wird erstmals 1206 erwähnt. 

Sie ist die Mutterkirche von 22 Gemeinden im Hüttenberger Land, zuständig für Taufen und Beerdigungen.

1527 wechselt die Gemeinde zum evangelisch- lutherischen Bekenntnis und die Kirche wurde dem hl. Petrus geweiht.

 

Der Rundbogen des Portals und seine vermutliche Bedeutung:

Berühmt ist die Großen- Lindener Kirche vor allen Dingen für ihr Figurenportal. Der Erbauer ist unbekannt, möglicherweise stifteten es auch die Ritter. Erbaut evtl. Ende des 12. Jahrhunderts. Es wurde wahrscheinlich um 1600 von der Südseite an die heutige Stelle im Westen versetzt. Es ist einmalig in Deutschland wegen seines Bilderzyklus, der nach Meinung von Pfarre Schulte und Professor Koeniger vermutlich Geschichten des heiligen Wenzel (Wenzeslaus) von Böhmen zeigt.

 

Im äußeren Bogen:

  1. Wenzel erscheint auf dem Reichstag zu Worms vor Heinrich 1.
  2. Er geht mit Knecht und Wagen heimlich Holz für die Armen holen
  3. Seine Mutter stiftet seinen Bruder an, ihn zu ermorden, seine Leiche wird mit einem Wagen nach Prag überführt,
  4. dort wird dann der Grundstein der Grabeskirche gelegt.

Im inneren Bogen:

  1. Förster sucht im Schnee nach Fußspuren des Holzdiebes
  2. Tiere, Eber und Drache warnen vor dem Bösen, vor dem Teufel ( Mitte)

Die Bedeutung der anderen Figuren ist umstritten, evtl. Bonifatius, Fahnenträger, Geistlicher, Schlange, Adler mit Menschenkopf, Petrus, Heiliger mit Kreuz, Drache, Mann mit Keule.

Die auffälligen Löwen gehören eigentlich nicht zum Portal, sie trugen vermutlich ursprünglich die Pfeiler der Nonnenkirche. Der Linke hält einen zusammen gekauerten Menschen im Maul (symbolische Bedeutung: der Löwe ist der Teufel und hat den sündigen Menschen in seiner Gewalt). Der rechte Löwe hält einen Widder im Maul. (symbolische Bedeutung: der Teufel hält den schwachen Menschen, das Opfer gefangen).

 

Glockengeläut unserer Kirche

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